Thailand – Elephant Special Tours Elefantencamp

Am Donnerstag Morgen wurden wir endlich zu unserem mit Spannung erwarteten und heißersehnten Trip von Elephant Special Tours abgeholt.

Die Unterkünfte liegen im Dorf Mae Sapok, ca. 60km von Chiang Mai entfernt und diese Touren heben sich deutlich von allen umliegenden Touranbietern ab, da die Elefanten hier so „artgerecht“ wie auch nur möglich gehalten werden und keine Kunststücke vorführen, Bilder malen oder Fußball spielen müssen. Hier steht die Arterhaltung im Vordergrund. Man gibt den Mahouts, den sogenannten Elefantenführern, die Möglichkeit, Geld mit ihren Elefanten zu verdienen, denn die benötigen täglich rund 200kg Futter. Die Mahouts entstammen der Minderheit der Karen (gesprochen Ka-reen) und können nun ihre Elefanten in diesem Fall an Elephant Special Tours vermieten und somit ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familie sichern. Der Unterschied zu anderen Camps liegt außerdem darin, dass man hier tatsächlich mit den Elefanten interagiert, sie sattellos reitet und Kommandos erlernt, anstatt sich einfach passiv in den Korb auf den Rücken zu setzen und man dann wie beim Ponyreiten herumgeführt wird.

Elephant Special Tours Elefantencamp

Das eigentliche Elefantencamp liegt mitten im Wald direkt an einem Fluss fern ab der Zivilisation. Der erste  Tag im Camp beginnt mit den „Sicherheitshinweisen“ durch unseren Guide David, der darüber hinaus Informationen rund um afrikanische und asiatische Elefanten, die Bedeutung der asiatischen Elefanten in Thailand erzählt und schlussendlich mit dem Kennenlernen des zugeteilten Elefanten. Steffi wurde der elfjährige Bulle Chum Chang zugeteilt, der Sohn der 39 jährigen (hochschwangeren) Elefanten-Dame Mae Geao, die Dieter zugeteilt wurde. Der Dritte in unserer Tour bekam einen Elefanten samt vierjährigem Kalb zugeteilt, das somit auch bei jeder Tour durch den Wald mit trabte und Blödsinn anstellte. 😉 Elefanten können erst ab dem 9./10. Lebensjahr geritten werden, so dass man mit ihnen vorher kein Geld verdienen kann. Danach kommen sie wie die Menschen in die Pubertät und werden durchschnittlich 65 Jahre alt.

Elephant Special Tours Elefantencamp

Nachdem wir uns mit unseren jeweiligen Elefanten angefreundet haben – immer untern den wachsamen Augen der Mahouts – ging’s dann ans Aufsteigen und Kommandos lernen. Zum Aufsteigen senkt der Elefant den Kopf, so dass man per Bocksprung erst mal verkehrt herum auf ihm sitzt. Dann gilt es sich so geschickt wie möglich umzudrehen ohne dabei das Gleichgewicht zu verlieren. Schaut man dann wieder nach vorne, heißt es Knie so hoch wie möglich anziehen, so dass die eignen Füße komplett hinter den Ohren des grauen Riesen verschwinden. Dann ging es ans Üben der wichtigsten Kommandos: Huh (Geh!), Hau (Halt!) und Kwe (Zurück bzw. Richtungswechsel). Zum Absteigen senkt der Elefant abermals den Kopf, man stützt sich mit den Händen hinten an seinem Rücken ab und rutscht mit ausgestreckten Beinen dann den Rüssel herunter. 😉

Geschafft von der anstrengenden Haltung, der benötigten Konzentration und zu einem kleinen Teil auch dem Angstschweiß, gabs dann erstmal einfaches aber köstliches Lunch im Camp. Nach der Stärkung hieß es dann wieder rauf auf den Elefanten und ab zum Baden – die Elefanten von Schlamm, Staub und Steinchen befreien, damit ihm danach ein Korb angelegt werden kann (aus Sicherheit, falls man sich beim anstrengenden Ausritt später nicht mehr direkt hinterm Kopf halten kann). Also dirigierten wir die Elefanten in den Fluss und nach ein paar Sekunden waren auch wir patschnass, denn die Elefanten lagen zum Teil quer im Wasser (und auch da muss man sich ja noch halten, denn unter ihm liegen ist ja keine Option).  Danach gings zum ersten größeren Ausritt eine Stunde hoch und runter durch den Wald. Mal klappten die Kommandos, mal nicht, je nachdem ob in der Nähe gerade etwas Leckeres zu fressen war – dann waren wir mehr oder weniger machtlos und hingen, wenn wir Pech hatten, quasi im Baum. 😉 Völlig geschafft sind wir dann noch ins zweite Camp gefahren um dort den zwei Monate alten Babyelefanten zu inspizieren. Total süß – und was für eine Kraft – mit seinem Rüssel kann er dich jetzt bereits überall hinschieben und du kannst ihm einfach nichts entgegensetzen.

Nach gutem Essen und einem netten Abend mit unseren Mitreisenden, gings am nächsten Morgen unserem größeren (2h – danach zittern alle Muskeln) und leider auch letztem Ausritt mitten im Wald los: Hügel hoch und runter, durch schmale Pfade und durch einen Fluss – es gab jede Menge Herausforderungen, tolle Momente und vielleicht sogar ein paar Sekunden, in denen wir glaubten wir könnten diese wunderbaren Tiere tatsächlich steuern.

Es war eine ganz tolle Erfahrung zwei Tage mit den Elefanten verbringen zu dürfen. Die Tiere, sowie die Arbeit mit ihnen ist wahnsinnig beeindruckend! Wir empfehlen jedem, der einmal in Thailand ist, solch eine Tour mitzumachen. Es ist unvergleichlich, unvergesslich und sicherlich auch das Highlight unserer Thailand-Reise!