Malediven & Sri Lanka

Unser zweiter Honeymoon führte uns im Februar 2015 auf die Malediven und nach Sri Lanka. Die Idee dafür entstand während unserer Flitterwochen auf den Seychellen, schließlich ist der Honeymoon-Rabatt bei den Reiseveranstaltern ja 6 Monate gültig, das wäre doch blöd, wenn man das nicht ausnutzen würde. 😉 Da sich bei der Recherche allerdings rausstelle, dass die richtigen „Schnäppchen“, sprich die größte Brautrabatte nur auf den edelsten und teuersten Inseln der Malediven wiederfanden, gab es dann doch die reguläre 3*+ Variante und so verbrachten wir 5 entspannte Tage auf Thulhagiri Island. Nur knapp 20min Bootstransfer vom Flughafen Male und man war im Paradies: kleines Eiland, viele süße (und etwas in die Jahre gekommene) Bungalows, überall Wellensittiche, die in Kokosnüssen hausten und ein wunderbares Hausriff. Letzteres war das wichtigste und Hauptkriterium für unsere Hotelwahl (denn längst nicht alle Hotels verfügen über Hausriffe auf den Malediven, wie wir auch erstmal lernen mussten). Bei Ebbe musste man keine 5m ins Meer laufen, um unter Wasser auf die erstem Korallen und bunten Fischschwärme zu stoßen – einfach faszinierend! Die Unterwasserwelt hat uns wieder einmal echt geflasht, auch wenn die ganz großen Entdeckungen wie Rochen, Haie oder Schildkröten diesmal ausblieben. Es ist einfach unglaublich, wie vielfältig die Welt „da unten“ doch ist. Nach den fünf (bzw. vier Tagen vor Ort) hatten wir das Hausriff inkl. der Riffkante ausgiebig erschnorchelt und wären dann bereit für Ausflüge gewesen – allerdings ging dann ja schon unser Flieger nach Sri Lanka weiter – wir müssen also irgendwann wiederkommen, um die atemberaubende Schönheit dieses Fleckchens Erde weiter zu erkunden.

Da Bilder aber bekanntlich mehr sagen als tausend Worte, kommen hier unsere schönsten Eindrücke:

Die Kombination mit Sri Lanka war mehr oder weniger aus der Not heraus geboren. Da wir unbedingt ein paar Tage auf die Malediven wollten, die aber wahnsinnig teuer sind, haben wir nach etwas gesucht, mit wir damit verbinden können. Gelandet sind wir in Sri Lanka, das flugtechnisch von Male sehr gut zu erreichen ist. Nach einer Nacht in Negombo startete unsere private Rundreise (gebucht mit Siri Tours), die uns in den nächsten fünf Tagen zu den „Hotspots“ Sri Lankas brachte.

Gestartet wurde im Pinnawela Elefanten Waisenhaus, in dem verwaiste Elefanten aufgenommen werden. Leider können diese anschließend nicht mehr ausgewildert werden, so dass auch der Nachwuchs nur in „Gefangenschaft“ auswachsen kann. Als Laien betrachtet ist das Gelände dennoch großzügig. Als Touristenattraktion kann man den Elefanten beim Baden zuschauen, was zum einen schön anzusehen war, aber wirklich sehr sehr touristisch wirkte. Der Kommerz scheint hier im Vordergrund zu stehen. Vielleicht sind wir nach unserem zweitägigen Dschungel-Elefanten-Aufenthalt bei Elephant Special Tours im wunderschönen Thailand (hier geht’s zum Blogeintrag) auch etwas abgestumpft bzw. verwöhnt, denn während die Leute neben uns beim Anblick förmlich ausflippten und noch extra Geld zahlten, um Fotos neben einem Elefanten stehend zu machen, hat es uns nicht vom Hocker gerissen und berührt.

Weiter gings durch die verstopften und teils sehr schlechten Straßen Sri Lankas nach Dambulla. Bevor wir unsere leicht gruselige und renovierungsbedürftige Unterkunft neben einem wunderschönen Reisfeld bezogen, haben wir uns dort den Höhlentempel angeschaut. Zunächst musste man einige Höhenmeter überwinden, um die wunderschöne Aussicht von oben zu genießen und den ersten Affen des Landes „Hallo“ zu sagen. Oben angekommen, hat uns ein deutsch sprechender Mönch umhergeführt. Der Tempel ist wirklich sehr beeindruckend: in Höhlen eingebettet und rundherum innen bemalt. Die wunderschönen und äußert gut erhaltenden Decken- und Wandmalereien geben jeder Höhle einen besonderen Charakter und rahmen die rund 60 lebensgroßen Statuen ein. So lernten wir z.B. den Unterschied zwischen dem toten und ruhendem Buddha (man achte auf die Fußhaltung) kennen oder erfuhren wie die „no discussion“-Haltung aussieht, die sich bei uns mittlerweile zu einem kleinen Insider entwickelt hat.

Am nächsten Tag ging es vorbei an riesigen Seerosenfeldern (die Nationalblume) nach Anuradhapura, der ersten Hauptstadt Sri Lankas, in der ca. 250 v. Chr. riesige Klosteranlagen errichtet wurden. In dem weitläufigem Gelände stehen mehrere riesige Stupas (Dagobas in Sri Lanka genannt), in denen z.B. die Überreste von Buddhas Schlüsselbein verwahrt sind. Die ehemaligen Badeanlagen sind ebenfalls noch recht gut erhalten. Man spaziert über die alten Klosteranlagen und ist einfach nur fasziniert davon, wie alt diese Steine doch sind. Grasende Rinder und herumspringende Affen machen das Bild einfach noch skurriler und man fühlt sich wie in einer anderen Welt. Überall vertreten ist der Mondstein: In immer der gleichen Abfolge werden Elefant, Pferd, Löwe und Stier gezeigt, die den Lebenskreislauf vor jedem Tempeleingang symbolisieren sollen: Geburt, Krankheit, Alter, Tod.

Ebenfalls in Anuradhapura zu finden ist der heilige Bodhi-Baum, unter dem Buddha, nach sechs langen Jahren der Meditation, seine Erleuchtung gefunden haben soll. Der Baum, samt umschließendem Tempel, ist Pilgerstätte für zahlreiche Gläubige, so dass wir diese z.B. bei der Opfergabe und dem Gebet beobachten konnten. Überall sind Fahnenketten aufgehängt, die die Wünsche der Gläubigen in die Welt wehen sollen.

Nach einer kurzen Mittagspause wurde es am späten Nachmittag richtig sportlich: Rauf ging es die 2000 Stufen des Sigiriya-Felsen (Löwenfelsen – er hat die Form eines Löwenkopfes), einer ursprünglichen Felsenfestung, auf der sich der König um ca. 500 n. Chr. oben eine Art „Wellness-Anlage“ errichten ließ. Selbstverständlich lief er dort nicht selber hoch, sondern hat sich tragen lassen. Damit ihm dabei nicht langweilig wurde, hat er den Felsen entlang seines Weges mit barbussigen Damen bemalen lassen, die in einigen Felseinkerbungen auch noch gut erhalten sind. Oben angekommen bietet sich eine beeindruckende Sicht: man hat einen 360° Blick auf das umliegende Flachland und Bergen im Hintergrund, so dass man richtig weit gucken kann. Der Wahnsinn, so etwas haben wir bisher nirgends auf der Welt gesehen!

Nach dem morgendlichen Besuch des Gemüse(groß)marktes wissen wir nun sicher: Sri Lanka hat verdammt viel zu bieten, nicht nur landschaftlich und kulturell, sondern auch im Agrarbereich: Zahlreiche Gemüse- und Obstsorten gedeihen dank der vielen Klimazonen, so dass sich das Land fast ohne Importe grundversorgen kann. Weiter ging der Weg nach Kandy, der zweitgrößten Stadt Sri Lankas. Bei einem Zwischenstopp haben wir einen Gewürz- und Kräutergarten besucht, wo wir uns angeschaut haben, wie z.B. Kakao und Vanille wächst und wie man Kautschuk gewinnt. Auf der Strecke sind wir ebenfalls an dem größten Hindi-Tempel Sri Lankas vorbeigekommen: bunt, voll, laut, anders und beeindruckend. In Kandy angekommen, haben wir dann erst einmal den Blick über die Stadt genossen, bevor wir uns abends eine Show mit klassischen Tänzen angesehen haben. Danach ging es in den heiligen Zahn-Tempel, wo der Legende nach Buddhas Eckzahn aufbewahrt wird. Der Tempel war riesig, extrem voll, durch ständiges Trommeln sehr laut und man war komplett verweihräuchert, da überall Räucherstäbchen brannten. Die Menschenschlange vor dem Zahn war mit buddhistischen Pilgerreisenden so gut gefüllt, dass wir auf das lange Anstehen verzichtet haben. Am nächsten Morgen haben wir Kandy nach einem Stadtspaziergang verlassen und als Abschluss den schönen botanischen Garten besucht.

Weiter ging’s ins Hochland: Nach endlos langen Serpentinen, haben wir die ersten Teeplantagen in der gemäßigten Klimazone erreicht: wunderschön und lehrreich! Der Besuch einer Teeplantage und Fabrik gab uns auch Aufschluss darüber, dass sowohl schwarzer, weißer als auch grüner Tee von genau derselben Pflanze sind und die einzelnen Blätter vorher quasi direkte Nachbarn waren: das kleinste Blatt oben ist das edelste, daraus wird weißer Tee. Aus den anderen schwarzer oder grüner, je nach Verarbeitung. Übernachtet haben wir mitten im Nirgendwo an einem schönen Wasserfall, zwischen Teeplantagen mit einer tollen Aussicht.

Früh um 5Uhr ging es dann am letzten Tag unserer Rundreise noch höher hinaus ins Hochland. Nach weiteren zwei Stunden Serpentinen haben wir den Horton Plains Nationalpark erreicht und konnten bei der Ankunft den Sonnenaufgang bei ca. 5° (wer hätte schon gedacht, dass es in Sri Lanka auch richtig kalt sein kann?) genießen. Begrüßt wurden wir auch direkt von einem wunderschönen Hirsch bevor wir uns noch etwas verschlafen auf die ca. drei stündige Wanderung zum World’s End gemacht haben. Der Rundweg führt einen durch weite Graslandschaften, vertrocknete Flussbette und kleine Wäldchen, so dass es immer wieder etwas Neues zu entdecken gibt. Highlight ist hier der Ausblick beim Word’s End, wobei wir fanden: Der Weg ist das Ziel. Der Nationalpark ist sehr schön, abwechslungsreich und man fühlt sich hinterher total super, weil man vorm Mittag schon so richtig viel gemacht hat. Eigentlich hatten wir uns ein Mittagessen auch mehr als verdient, allerdings gab es weit und breit nichts zu essen und so fuhren wir erstmal stundenlang (natürlich Serpentinen), bevor wir etwas zwischen die Zähne bekamen.

Der Rückweg hat dann auch mal direkt 9h bis an die Westküste gedauert. Die defekte Bremse und die vielen Kilometer im Schrittempo, bis wir mal bei einer Werkstatt vorbeikamen, haben sicherlich zu dem nicht ganz so komfortablen Abschluss unserer Rundreise beigetragen, jedenfalls waren wir echt total platt, als wir abends in unserem Strandhotel Temple Tree Resort in Induruwa ankamen. Hier hatten wir noch zwei wunderschöne, entspannte Tage am Strand bevor wir nachts wieder nach Colombo zum Flughafen aufgebrochen sind.

Fazit: Wir würden diese Reise sofort weiterempfehlen. Wir haben alles individuell gebucht und wie immer hat das super geklappt und Geld gespart. Die Malediven sind toll, aber länger als 7 Tage könnten wir uns nicht vorstellen dort zu bleiben, schließlich wollen wir in unseren freien Tagen mehr sehen als „nur“ das Meer. 😉 Sicherlich werden wir aber wiederkommen, dann in ein Resort, das nicht direkt im Male Atoll liegt, sondern etwas weiter außerhalb und dann machen wir Schnorchelausflüge, Mantarochen stehen nämlich noch auf unser „Must-See“-Liste. Sri Lanka hat uns wirklich überrascht – aus der „Not“ geboren, konnte uns das Land wirklich sehr begeistern. Man muss sich aber bewusst sein, dass es hier gerade auf dem Land noch sehr wenig entwickelt ist. Man kann nicht wie in Thailand einfach mal überall um die Ecke essen gehen und auch jede einzelne Toilette war dort ein Erlebnis mit Grusel-, Ekel-, und Überwindungsfaktor. Die Straßenverhältnisse sind sehr schlecht, man braucht für 150km locker mal 4-5 Stunden. Unseren Veranstalter Siri Tours können wir nur eingeschränkt empfehlen, unser Guide sprach sehr schlecht Deutsch (und kein Englisch!) und auch die Unterkünfte waren anders als angegeben keine Mittelklassehotels, sondern sehr sehr einfache (und nicht immer saubere) Guest Houses im 1-2* Sri Lanka-Standard. Neben der atemberaubenden Landschaft und den unzähligen beeindruckenden kulturellen Stellen wie Tempel oder Ruinen, hat uns das religiöse Miteinander (Buddhisten, Hindi, Moslime) sehr beeindruckt. Das Land ist jederzeit eine Reise Wert und vor allem auch die Kombination mit den Malediven passt super. Genau das Richtige aus Kultur, Landschaft, Tieren und Entspannung!