Japan – Tokyo: Mega Metropole

Unsere letzte Station heißt Toyko. Japans Hauptstadt hatten wir bewusst an das Ende unserer Reise gelegt, denn wir hatten schon geahnt, dass uns die vielen Eindrücke, insbesondere die Tatsache, dass man nichts lesen kann, und die Menschenmassen zu Beginn komplett überfordern würden. Nach knapp 14 Tagen Japan können wir sagen, dass es genau die richtige Entscheidung war. Nehmen wir  heute zwar die japanischen Schriftzeichen wahr, sind wir beim Anblick aber nicht mehr komplett überfordert, gleichwohl es schön wäre, die Zeichen lesen zu können. Ein weiterer Vorteil ist, dass man sich durch die überschaubaren Nahverkehrssysteme von Kyoto und Hiroshima im Verhältnis zu Tokyo an die Struktur, den Aufbau und die Lesart eines solchen Systems heran getastet hat und nicht sofort mit dem riesigen U-Bahn, S-Bahn und was nicht sonst noch alles zum Nahverkehrssystem gehört, konfrontiert wird. Man ist einfach angekommen in Japan und kann sich der Metropole mit den gesammelten Erfahrungen besser vorbereitet stellen.

Tokyo ist riesig und um unnötiges hin- und herfahren zu vermeiden haben wir uns erstmal auf den Osten konzentriert. Es ging nach Ueno, wo wir dem gleichnahmigen Park einen Besuch abstatteten und im Anschluss nach Asakusa. Dort befindet sich einer der ältesten und bekanntesten Tempel der Stadt, der Sensoji-Tempel. Ein Touristenmagnet sondersgleichen, denn schon die mehrere hundert Meter lange Zufahrt zwischen dem eindrucksvollen Eingangstor (Kaminarimon Gate) und dem eigentlichen Tempel war von Menschen überfüllt. Die konnten sich an den Verkaufsständen mit allerlei Schnick-Schnack eindecken. Interessant war es die Gläubigen zu beobachten, wie sie sich an einem großen räuchernden Kessel den Rauch ins Gesicht fächerten, um im Anschluss im Tempelgebäude kurz inne zu halten und zu beten. Zur Tempelanlage gehören weitere kleine Nebentempel und Gärten, die in der Großstadt eine ruhige Oase bilden. Und es gab wieder eine fünfstöckige Pagode, die jedesmal sehr beeindruckend und majestetisch aussehen und alles andere der Tempelanlage überragen. Abends haben wir uns dann noch „Eletric Town“ aka Akihabara angeschaut, wo Spielhölle an Spielhölle ist, überall neoleuchtende Reklame und es lauter „Maid-Cafés“ gibt, in denen Mädchen im Dienstmädchenkostüm bedienen und dabei „niedlich“ kichern…Crazy….

Tokyo liegt aber auch am Wasser und wird von mehreren Flüssen durchzogen und was liegt da näher, als sich mit einem Schiff entlang des Sumidagawa-Fluss von Asakusa auf die Inseln in der Bucht von Tokyo schippern zu lassen. Es ging unter einer Vielzahl von Brücken hindurch, an unterschiedlichsten Häuserstilen vorbei, am berühmten Fischmarkt bis nach Odaiba. Am hiesigen Strand und der Strandpromenade gibt es tollen Blick auf die Skyline Tokyos, zu dem eine Miniausgabe der Freiheitsstatue, Kormorane und springende Fische zu beobachten.  Vom Strand zurück verstetzt gibt es einige Shopping Malls mit, logischerweise, Einkaufsmöglichkeiten, aber eben auch zahlreichen Vergnügungsmöglichkeiten wie einem Indoor-Freizeitpark (SEGA Joypolis), Madame Tussauds. Man kann sie hier echt austoben. Nach einer Stärkung in einem Sushi-Restaurant in dem das Sushi auf Tellern auf einem Laufband an dir vorbei fährt, haben wir abends die Skyline bei Nacht bewundert.

Um Tokyo auch von oben bewundern zu können, sind wir zum Tokyo Metropoltian Government Building in Shinjuku gefahren, um vom 45. Stock (kostenlose Aussichtsplatform) die Aussicht auf das Häusermeer zu genießen: Stadt soweit man gucken kann. Am Bahnhof in Shinjuku steigen jeden Tag 3,6 Mio Leute ein bzw. aus – es ist quasi so, als wäre jeder Einwohner Berlins an jedem Tag am gleichen Bahnhof – voll abgefahren. Anschließend sind wir in den nahegelegenen Shinjuku Gyoen Nationalgarten gelaufen, um dem Trubel etwas zu entkommen – hier gibt es neben einem japanischen Garten auch z.B. einem im englischen Stil angelegten und so konnte man auf der Wiese etwas entspannen. Danach hieß es wieder rein in den Trubel: Zur berühmten Kreuzung in Shibuya, dort passieren mit jeder Ampelphase unzählige Menschen kreuz und quer die Straße. Dieses Schauspiel ließ sich vom erhöht liegenden Starbucks mit einem Snack und Kaffee sehr entspannt beobachten. Da wir Tokyo auch „by night“ mal von oben sehen wollten, sind wir abends ins nahgelegene World Trade Center in die höchste Etage gefahren und konnten das Lichtermeer, sowie einen exzellenten Blick auf den Tokyo Tower, den wir uns vorher nochmal von Nahem angeschaut haben, genießen.