Japan – Fazit und Fun Facts

Japan ist ein unheimlich faszinierendes Land mit einer alten Kultur und zahlreichen Traditionen, die neben der Moderne existieren. Dazu zählt u.a. das supermoderne Nah- und Fernverkehrssystem, was uns in den 16 Tagen sicher, schnell und vorallem pünktlich in unsere Zielorte: Kyoto, Hiroshima, Kawaguchiko (Mt. Fuji) und Tokyo gebracht hat.  Kurzum…Japan ist eine Reise wert bzw. auch mehrere oder eine längere Reise. Wer die weite Anreise hinter sich gebracht hat, erfährt schon bei der Einreise bzw.  spätetestens beim ersten Kontakt mit einem Flughafen-, Bahnmitarbeiter oder Supermarktverkäufer/in, dass die Japaner ein unglaublich freundliches und höfliches Volk sind mit einem ausgepägten Dienstleistungsgedanken. Und dennoch wird das Geben von Trinkgeld als Beleidung angesehen…erstaunlich!!! Für uns aber sehr angenehm, weil man eben nicht, wie in den USA, noch zusätzlich zum Rechnungsbetrag Trinkgeld geben muss. Neben den Leuten gibt es auch unzählige Tempel, wunderschöne Gärten, Landschaften und ein Meer aus nicht lesbaren Zeichen, Menschen und schrillen, bunten und abgefahrenen Vierteln, die einem nur staunen lassen. Dabei sind uns die Japaner, was Struktur und Ordnung angeht, sehr ähnlich, aber es gibt auch so viele Sachen, die anders sind. Hier eine Auswahl der Dinge, die uns aufgefallen sind:
Regenschirme: Sie sind ein unerlässliches Accessoire eines jeden Japaners, egal ob Frau, Mann oder Kind. Jeder hat mindestens einen und nutzt ihn sowohl bei Regen als auch Sonne. Selbst beim Fahrrad fahren wird einer gehalten oder in der eigens dafür vorgesehenen Schirmhalterung montiert. Sieht echt witzig aus. Und weil eben jeder einen Regenschirm besitzt, die Japaner es aber auch sauber mögen, gibt es vor jedem Geschäfft einen Regenschirmtütenspender, der einem den Regenschirm automatisch mit einer Tüte ausstattet und somit verhindert das die Nässe sich im Geschäft verteilt.

Regenschirmtütenspender

Bitte keine Sonne: Irgendwie hat sich bei uns der Eindruck erweckt, dass die Japaner alles tun, um sich vor der Sonne zu schützen um ja nicht braun zu werden. So werden, wie schon erwähnt, die Regenschirme nicht nur bei Regen sondern auch bei Sonnenschein aufgespannt. Zudem werden selbst bei kleinsten Sonnenstrahlen die Rollos in Zügen oder Straßenbahnen heruntergezogen. Ja, die Japaner haben sogar Rollos in Nahverkehrssystemen installiert…abgefahren!

Fahrradfahren: Die Japaner sind eine Fahrradfahrernation. Das sieht man vorallem an den Bahnhöfen, wo es riesige Abstellmöglichkeiten gibt, aber leider sind die Straßen dafür nicht ausgestattet. Es gibt keine Fahrradwege oder anderweitig markierte Wege für die Radfahrer und so treffen sich eine Menge Fahrradfahrer mit noch mehr Fußgänger :-). Und kostenlos parken Fahrräder natürlich auch nicht – auch hierfür gibt es extra Parkhäuser oder Parkautomaten.

Uniformen: In Japan haben Uniformen ganz offensichtlich noch ein viel viel höheren Stellenwert als bei uns. Hier trägt sogar der Taxifahrer eine Uniform – und natürlich immer mit Kappe/Mütze.

Männerhandtasche: Auch dieses Accessoir ist uns eine Bemerkung wert, denn die japanischen Männer tragen doch tatsächlich Männerhandtaschen und wir reden hier nicht von den hier bekannten Umhänge-, Laptoptaschen oder Aktenkoffern, sondern modischen Taschen.

Pachincko: Man stelle sich einen großen Raum mit vielen Spielautomaten wie Las Vegas vor, in dem Menschen von jung bis alt fröhlich vor sich hin klimpern um zu entspannen. Soweit so, so gut…statt jedoch mit Chips oder Kleingeld zu spielen wird dort vorwiegend mit kleinen Metallkugeln gespielt, die ähnlich wie einem Flipperautomat hin und her geschossen werden, was einen Krach verursacht, der schon alleine nicht auszuhalten wäre. Dazu kommt aber noch die sehr laute Absauganlage für den Zigarettenqualm, denn es darf dort geraucht werden, was in Japan nicht an so vielen Orten erlaubt ist. Diese Kombination sorgt für einen ohrenbetäubenden Lärm von rund 82dB…Wahnsinn…und dabei entspannen die Leute!!!

Japan ist aber auch ein Land der vielen Getränkeautomaten und WCs, aber auch der wenigen Mülleimer. Es gibt dort wirklich ÜBERALL, an jeder Ecke, an fast jedem Bahnhof (sei er noch so unbedeutend) eine Toilette, die noch dazu sauber ist…ein Traum für alle (Frauen) mit Blasenschwäche. Die Anzahl der Restrooms wird nur noch von der Anzahl der Getränkeautomaten übertroffen, an dem es für nur wenige Cent mehr im Vergleich zum Supermarkt Wasser, Kaltgetränke oder Softsdrinks gibt. Was von dem einem en mas gibt, gibt es an Mülleimern zu wenig – schließlich wird davo ausgegangen, dass jeder seine eigene Mülltüte immer bei sich trägt. Und so ist Japan trotzden so unglaublich sauber!!! Davon sollten wir uns eine Scheibe abschneiden.

Ein weiteres Highlight ist das Einkaufen und der Bezahlvorgang. Neben den unzähligen unbekannten und manchmal auch nicht sehr ansehnlichen Lebensmitteln, was gleichzeitig faszierend, aber auch ekelig ist, ist die Art und Weise, wie man an der Kasse bedient wird einzigartig. Da wir ja offensichtlich nicht japanisch aussehen und aus der Sicht der Japaner vermutlich auch zu 99% kein Japanisch sprechen, liegt es doch in ihrer Natur und im Servicegedanken, uns vom Anfang bis zum Abschluss des Bezahlvorganges über ihr tun zu informieren. Angefangen damit, dass jetzt die Produkte eingescannt werden, über die Aussage was jedes einzelne Produkt kostet bis hin zum Gesamtbetrag. Ich gebe darauf hin entweder das passende Geld oder eben mehr. Dann wird nochmal höflich nachgefragt, ob ich wirklich damit bezahlen möchte. Im Anschluss werden sowohl Geldscheine also auch Kleingeld automatisch von der Kasse gezählt und das abgezählte Wechselgeld bereit gestellt. Auch das Wechselgeld wird noch mal kontrolliert und dann kommentiert – natürlich auf japanisch – an mich zurückgegeben. Es ist einfach faszinierend, wie viel die Kassierer/innen reden und das bei jedem einzelen Kunden…WOW!!! Insgesamt ist das Preisniveau etwas höher als bei uns, dafür kommt man über den Tag gesehen günstiger an Snacks wie Riceballs oder anderes FastFood. Das hatten wir teurer erwartet. Dafür haben sich die hohen Obstpreise bestätigt und man fragt sich, wie bei Preisen von 3-4 Euro für einen Apfel (Mango: ab 8Euro/Stk., Kiwi 8oCent/Stk.), sich die Leute gesund ernähren. Das scheint dann doch über die uns unbekannten Sachen aus dem Meer möglich zu sein.

Und gerade wegen dieser Unterschiede war es einfach nur grandios und schön, dass wir hier waren. Und wer weiß, ob wir nicht doch nochmal einen StopOver einlegen, denn es gibt noch so viel mehr zu entdecken.