Frankreich – Guadeloupe

Resturlaub und einem zufälligen Post über günstige Flugpreise nach Guadeloupe von Urlaubspiraten.de haben wir es zu verdanken, dass wir die Schönheit und Abwechslung dieser Inseln kennenlernen durften.

Guadeloupe gehört zu den kleinen Antillen, liegt also in der Karibik und gehört trotzdem zu Frankreich und somit zur Europäischen Union (EU). Das Übersee-Département liegt nur neun Flugstunden von Paris entfernt und hat bis auf die Sprache und den doch teils hohen französischen Euro-Preisen nicht viel mit dem Festland gemeinsam. Man merkt deutlich, dass man in der Karibik ist und das liegt nicht nur an der Natur.

Guadeloupe besteht aus zwei Inseln, die von oben wie Schmetterlingsflügel aussehen und nur durch einen kleinen Meeresarm (samt Brücke) voneinander getrennt sind. Zur Linken liegt das größere Basse-Terre, zur rechten Grande-Terre. Der Meeresarm trennt nicht nur zwei Landteile, es trennt Welten, denn unterschiedlicher könnten diese beiden Inseln nicht sein. Und das ist genau das, was den Reiz an Guadeloupe ausmacht. Findet man auf Basse-Terre dunkle, vulkanisch geprägte Strände, Regenwald und Wasserfälle ohne Ende, so steht Grande-Terre für das genaue Gegenteile: trockene, teils karge, nur etwas hügelige Landschaften mit viel Zuckerrohranbau und karibische, helle, palmenumsäumte Sandstrände. Der Grund des Unterschieds – der Vulkan Soufrière auf Basse-Terre – dank diesem hochaufragendem Berg (über 1400m) bleiben die Wolken hängen und es regnet deutlich häufiger auf diesem Teil von Guadeloupe, wodurch die üppige Vegetation ermöglicht wird.

Unsere 12 Tage auf Guadeloupe teilten wir natürlich, so dass wir die erste Woche auf Basse-Terre verbrachten und die letzten Tagen auf Grande-Terre, schließlich wollten wir so viel wie möglich sehen. Nachdem wir am ersten Tag den südlichen Teil von Basse-Terre umrundet haben und immer wieder Halt an schönen Stränden gemacht haben, müssen wir sagen, dass das Highlight hier die Chutes du Carbet sind, drei Wasserfälle, die man auf unterschiedlichste Weise bewandern kann.

Unser Quartier mit traumhaftem Ausblick haben wir in Malendure bezogen – und dies erwies sich als genau der richtige Ort auf Basse-Terre. Deutsch- oder englischsprachige Informationen über die Insel sind rar und so war es das Bauchgefühl, dass uns sagte, dass wir mit dem „Gites de la Maylise“ genau das richtige getroffen hatten.

Ein gut gehütetes Geheimnis (zumindest verraten div. Reiseführer nichts darüber) sind nämlich die zahlreich vorhandenen Meeresschildkröten, die in schwimmbarer Entfernung zum Strand auf dem Meeresgrund genüsslich im Seegras „weiden“. Da wir uns ja schon lange gewünscht haben, diese faszinierenden Tiere nicht nur durch Aquariumsscheiben zu beobachten, waren wir natürlich Feuer und Flamme als die Besitzerin und Vermieterin unseres Apartments in einem Nebensatz erwähnt, dass sie mehrmals in der Woche schnorchelt und dabei Meeresschildkröten beobachtet. Wir organisierten uns gleich Schnorchel-Equipment um am Malendure Plage taten wir es den anderen gleich: Rein ins Wasser, Schnorchel und Maske anlegen, ca. 75m ins Meer hinaus schwimmen und dann suchen. Und auch gleich beim ersten Mal wurden wir fündig und konnten ca. 6m unter uns zwei große Schildkröten (ca. 1,10m Länge) beim Fressen beobachten. Beim zweiten Schnorchelgang trafen wir ein etwas aktiveres Exemplar, das ein bisschen am Grund schwamm. Die Tiere beim Schwimmen zu sehen, ist wirklich faszinierend und erinnerte uns nur zu gut an Disneys „Findet Nemo“. Einige Tage später hatten wir sogar das Glück einen Turtel Junior mit ca. 60cm Länge aus nächster Nähe zu beobachten – zweimal schwamm er sogar ganz dicht an uns vorbei um kurz einmal Luft zu schnappen. Sehr beeindruckend und unvergesslich! It’s always magic!

Aber nicht nur Turtles gab es in Malendure zu sehen. Wir haben uns vor Ort ein Kajak gemietet und sind zu den Ilets de Pigeon rübergepaddelt (die kleinen vorgelagerten Inseln, die man auf dem Aussichts-Bild sieht). Nach ca. 25min erreicht man ein Schnorchel-Paradies samt vieler verschiedener Korallen und jeder Menge bunten Fischen. Einfach traumhaft! Eine ähnlich gute Unterwasserwelt findet man sogar vom Petit Plage Malendure aus, wenn man entlang der Felsen schnorchelt. Wirklich toll und all das so nah! Es kommt natürlich bei weitem nicht an das Great Barrier Reef ran, aber das was uns hier unter Wasser erwartete, war viel mehr, als wir uns vorgestellt hatten!

Aber wir waren ja nicht nur zum Schnorcheln auf Basse-Terre, sondern vor allem, um den Regenwald zu erkunden. Und das taten wir bei verschiedenen Wanderungen – die alle sehr entspannt im Vergleich zu vergangenen Reiszielen verliefen – denn auf Guadeloupe gibt es keine Schlangen und somit konnten wir ohne „Todesangst“ herumlaufen.

Ein kurzer, steiler Abstieg verhalf uns zum hübschen Wasserfall Saut d’Acomat. Eine Adventure-Tour (Canyoing) war auch gerade da und so konnten wir den Mutigen beim Springen von den hohen Klippen zuschauen.

Ein weiterer Abstecher brachte uns zum schönen Wasserfall Cascade aux Écrevisses nachdem wir vorher 2 Stunden durch den Regenwald über tausende Wurzeln beim Maison de la Forêt den Wanderweg „…Russeaux“ bewältigt hatten und uns schließlich beim Picknick am Fluss entspannen konnten.

Und da wir noch nicht genug von Wanderungen, Wurzeln und Wasserfällen hatten, ging‘s auch noch zum Saut de Lézarde – der für uns schönste Wasserfall. Der Abstieg machte richtig Spaß – hier gab‘s die richtige Mischung aus angenehm laufen und „klettern“ und unten angekommen, wurden wir nicht nur mit einem hübschen Wasserfall belohnt, sondern mit einem Bassin, das auch von allen anderen Seiten durch kleine Zuflüsse gespeist wurde – ein malerisches Bild.

Guadeloupe - Wasserfall Lézarde

Ein bisschen Entspannung, der Besuch des botanischen Gartens in Deshaies und den Ort selbst, sowie die schöne Grande-Anse rundeten unseren Aufenthalt auf Basse-Terre ab. Eigentlich hatten wir eine Wanderung auf den Soufrière geplant, da wir aber nicht 15°C und Regen gegen Wasserfälle oder Turtles eintauschen wollten, musste der Vulkan auf unseren Besuch verzichten.

Guadeloupe - Grande Anse

Die verbleibenden 5 Tage auf Grande-Terre sollten ganz im Zeichen der Entspannung stehen und somit mieteten wir hier ein Apartment, das in der Anlage „domain … Anse des Rochers“ nur rund 100m vom Strand entfernt lag.

Guadeloupe - Strand Anlage

Aber wer uns kennt, der weiß, dass wir hier nicht nur auf der faulen Haut rumliegen und so war der nächste Ausflug zum östlichsten Punkt der Insel, dem Pointe des Châteaux mit anschließendem Besuch der  Damoiseau Rum-Brennerei, fest eingeplant. Der Pointe des Châteaux überraschte mit einer atemberaubenden Kulisse, an der man sich nicht satt sehen konnte.

Wir erkundeten Saint Francois mit seinem schönen Hafen, Saint Anne samt des kleinen Marktes und dem Plage Municipal, dem Strand vom Club Med Plage de la Caravelle (den wir uns noch deutlich schöner vorgestellt hatten) und den Plage Bois-Jolan. Alles schöne Strände, aber wir waren über unsere Entscheidung über die Anlage Anse des Rochers samt Privatstrand sehr froh.

Fazit: Guadeloupe ist ein tolles Reiseziel, es ist tropisch, ohne „zu“ tropisch zu sein und sehr sicher. Die beiden Inseln ergänzen sich super, wir empfehlen jedem den Urlaub zu splitten (und dabei mehr Tage für Basse-Terre, als für Grande-Terre einzuplanen). Wenn man einen günstigen Flug hierher ergattert, muss man sich im Klaren sein, dass der Urlaub hier nicht auch automatisch genauso günstig wird. Wir haben ziemlich schnell von einem Hotelaufenthalt Abstand genommen, weil die einfach nicht bezahlbar sind und haben uns süße Apartments gesucht. Diese findet man en masse auf den entsprechenden Portalen. Die Kommunikation auf Englisch ist allerdings häufig schwierig. Außerdem muss man in der Hochsaison (Okt-April) auch wirklich rechtzeitig buchen, um noch was Anständiges zu bekommen. Essengehen fängt bei ca. 20€/Gericht an – und das auch in den kleinsten Strandrestaurants mit Plastiktischen und –tischdecken. Wenn man also nicht ein Vermögen für Essengehen ausgeben möchte, sollte man selber kochen. Das wussten wir schon vorher und freuten uns schon auf entspannende Kochabende. Den ersten Schock haben wir dann aber im Supermarkt bekommen – hier ist alles ca. 2-3x so teuer wie in Deutschland. Das fängt beim Toast für 4€ an und hört bei Butter für 3€ auf. Bis auf Bananen, die hier angebaut werden und trotzdem genauso teuer wie in Deutschland sind, sind die Preise erschreckend hoch und so verließen wir den Supermarkt häufig nur mit einer Handvoll Artikeln für 40€. Selbst Obst, von dem wir im Vorfeld ausgegangen sind, dass es dieses hier reichlich und günstig gibt, ist teurer, da fast alles importiert wird.

Was ist sonst noch essentiell für einen Guadeloupe-Urlaub? Ein Mietwagen natürlich und Basic-Französisch-Kenntnisse, denn Englisch ist hier genauso verbreitet wie Menschen auf dem Mars. Und mag man beim Bäcker noch mit Zeigen eine Alternative finden, so ist es beim notwendigen Telefonat mit dem Vermieter oder Sicherheitsanweisungen für einen Kajak-Ausflug fast unmöglich ohne Französisch weiterzukommen.

Wir hatten einen tollen Urlaub auf Guadeloupe und können die Inseln wirklich allen empfehlen, die Strandurlaub mit Regenwald-Wanderungen auf eigene Faust verbinden möchten und nebenbei noch ein bisschen die Unterwasserwelt erkunden möchten. Auf Grund der vergleichsweise kurzen Flugzeit (ca. 13h ab Deutschland) bietet sich Guadeloupe auch gute für kürzere Reisen an, es muss ja nicht immer gleich der Jahresurlaub sein. Wer sich für einen Urlaub auf Guadeloupe entscheidet, den erwarten tolle Strände, Regenwald, viele Wanderwege und absolute Ruhe.